Immobilienbegriffe „Finanzierung“ von A-Z
 

A
 

Anfänglicher effektiver Jahreszins

Der Effektivzins bzw. der anfängliche effektive Jahreszins hat allgemein zum Ziel, unterschiedliche Kreditangebote mit gleicher Laufzeit bzw. gleichem Zinsbindungszeitraum vergleichbar zu machen. Seine Angabe richtet sich nach der Preisangabenverordnung und berücksichtigt insbesondere den Nominalzins, die Bearbeitungskosten, das Damnum (Disagio) und die vereinbarte Zahlungsfälligkeit. Ist eine Änderung des Zinssatzes oder anderweitiger preisbestimmender Faktoren vorenthalten, spricht man vom anfänglichen effektiven Jahreszins.
 

Ablösesumme

Ablösesumme oder Umschuldungsbetrag ist der nach Ablauf einer Festzinsvereinbarung noch nicht getilgte Kreditbetrag. Bei variabel verzinsten Krediten ist die Ablösesumme der zum Zeitpunkt der beabsichtigten Ablösung offene Kreditbetrag.
 

Ablösung

Unter Ablösung bzw. Umschuldung versteht man die Veränderung der Kreditbedingungen beim Kreditgeber oder die Rückführung des Kredits durch eine Kreditneuaufnahme bei einem anderen Kreditinstitut. Eine Ablösung des Kredits ist nur bei variabel verzinsten Krediten oder zum Ablauf von Festzinsvereinbarungen möglich. Gründe für eine außerordentliche Kündigung des Kreditvertrages sind im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.
 

Allgemeine Darlehensbedingungen

Die Allgemeinen Darlehensbedingungen sind Vertragsbestandteil des Kreditvertrages zwischen dem Kunden und dem Kreditgeber. Darin geregelt sind die Rechtsbeziehungen zwischen Kreditinstitut und dem Kreditnehmer.
 

Amtlicher Lageplan

Als amtlichen Lageplan bezeichnet man die bei den Katasterämtern (Liegenschaftsämtern) geführten Verzeichnisse mit den Informationen über Form, Lage des Baukörpers und angrenzende Grundstücke eines Grundstücks.
 

Annuität

Als die Annuität bezeichnet man die vom Kreditnehmer zu erbringende Jahresleistung für ein aufgenommenes Darlehen, d.h. der Betrag, den der Kreditnehmer jedes Jahr an die Bank zurückzahlen muss. Dabei setzt sich diese Annuität zusammen aus der Zinsleistung und dem Tilgungsanteil. Zinssatz und Tilgung werden in Prozent des aufgenommenen Kreditbetrages (nominale Kreditsumme) ausgedrückt.
 

Annuitätendarlehen

Ein Annuitätendarlehen ist ein Darlehen, bei dem der Darlehensnehmer das Darlehen bis zu seiner Rückzahlung mit einer gleichbleibenden Jahresleistung (Annuität) in gleichbleibenden Raten (beispielsweise vierteljährlich oder monatlich) bedient. Die Annuität setzt sich aus der Zinszahlung an die Bank und der Tilgungsleistung des Darlehens zusammen. Da der Zins aus der jeweiligen Darlehensrestschuld berechnet wird, sinkt der Zinsanteil der Rate mit den regelmäßigen Zahlungen, so dass der Tilgungsanteil entsprechend steigt.
 

Anschaffungskosten

Als Anschaffungskosten bezeichnet man die Summe aller Aufwendungen, die im Falle eines (Immobilien-)Kaufs aufgewendet werden müssen. Diese setzten sich in der Regel zusammen aus dem Kaufpreis für die Immobilie, die Kosten für eine Vertragsvermittlung (Maklergebühr) sowie die Kosten für den Vertragsabschluß (Notar- und Gerichtskosten, Grundbuchgebühren). Ferner kann man evtl. anfallende Steuern (Grunderwerbsteuer) sowie anschaffungsnahe Aufwendungen dazu zählen.
 

Anschaffungsnahe Erhaltungsaufwendungen

Herstellungskosten, die unmittelbar im Anschluss an den Erwerb eines Gebäudes anfallen und der Erhaltung des Gebäudes dienen. Insbesondere nachgeholte, vom Verkäufer zurückgestellte Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten.
 

Außenanlagen

Als Außenanlagen bezeichnet man alle Anlagen außerhalb des Bauwerkes (Gebäudes). Für nicht gewerbliche Bauwerke sind dies in der Regel Mauern und Zäune einschließlich Türen, Tore und Schranken. Bei größeren Anlagen können weitere Kosten entstehen für Einfriedungen, Geländebearbeitungen, Versorgungs- und Abwasseranlagen, Straßen und Wege, Treppen und Grünflächen.
 


B
 

Baubeschreibung

Die durch ein Planungsbüro erstellte Baubeschreibung erklärt die bei der Durchführung eines geplanten Bauvorhabens angewendeten Techniken und eingesetzten Materialien und Rohstoffe. Durch die Baubeschreibung kann man die Bauweise eines Gebäudes besser beurteilen. Sie ist u.a. auch ein Bestandteil für den Antrag zur Erteilung einer Baugenehmigung.
 

Baugenehmigung

Die Baugenehmigung ist ein schriftlicher Bescheid der örtlich zuständigen Bauaufsichtsbehörde zur Genehmigung eines Bauvorhabens. Dieser sagt aus, dass dem beantragten Bauvorhaben in Abhängigkeit des Erfüllens bestimmter Auflagen nach öffentlicher Gesetzgebung keine Hindernisse entgegenstehen. Die Auflagen zur Erteilung einer Baugenehmigung richten sich nach der jeweiligen Bauordnung des einzelnen Bundeslandes. Eine Baugenehmigung ist zeitlich befristet und gebührenpflichtig.
 

Bauherr

Als Bauherr wird bezeichnet, wer selbst oder durch Dritte ein Bauvorhaben in eigenem Namen durchführt oder durchführen lässt. Der Bauherr trägt alle Risiken der Bauvorbereitung, -durchführung und der Bauherrenhaftung. Er entscheidet über die architektonische und technische Gestaltung des Bauvorhabens sowie die Art der Finanzierung und ihre Absicherung.
 

Baukosten

Als Baukosten bezeichnet man Kosten, die bei der Errichtung eines Gebäudes ohne die Aufwendungen für das Baugrundstück und dessen Erschließung, entstehen. Dies sind u.a. die Kosten für den gesamten Roh- und Ausbau des Gebäudes einschließlich der dazu notwendigen Baustelleneinrichtung, Kosten für Installationsarbeiten (beispielsweise für Abwasser, Wasser, Wärme, Strom und Fernmeldetechnik).
 

Baunebenkosten

Zu den Baunebenkosten gehören u.a. die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen, die Gebühren für behördliche Prüfungen und Genehmigungen (beispielsweise Baugenehmigung), Kosten für die Beschaffung von Baugeldern, sowie ggf. anfallende Bereitstellungszinsen.
 

Bausparvertrag

Der Bausparvertrag ist ein Vertrag mit einer Bausparkasse in dem der Kunde durch das Einbringen von Spargeldern (Ansparsumme) eine Anwartschaft auf ein Darlehen zu festgelegten Zinsen aus der Bauspargemeinschaft erwirbt.
 

Bearbeitungsgebühr

Von den Banken erhobene Aufwandsentschädigung für die Bearbeitung des Finanzierungsantrages. Diese wird i.d.R. bei Auszahlung des Kredites vom Kreditbetrag abgerechnet.
 

Belastung, monatliche

Als monatliche Belastung wird der Betrag bezeichnet, welchen der Darlehensnehmer jeden Monat für Zins und Tilgung nach Inanspruchnahme des Kredits zurückzahlt. Die Bank wird im Rahmen der Bonitätsprüfung ermitteln, ob der Darlehensnehmer diese monatliche Belastung voraussichtlich leisten kann. d.h. ob er nach Abzug der Kreditrate von seinem ihm monatlich netto zur Verfügung stehenden Gehaltes genug finanzielle Freiräume aufbringen kann, um seinen weiteren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Höhe der Mittel für den Lebensunterhalt richtet sich nach der individuellen Situation des Darlehensnehmers (Familienstand, Anzahl der Kinder, laufende Haushaltskosten, sonstige Verbindlichkeiten).
 

Beleihungsgrenze

Die Beleihungsgrenze gibt den Betrag wieder, welchen eine Bank in Abhängigkeit vom Objekt und gesetzlichen Bestimmungen nach Durchführung einer Wertermittlung maximal auf das zur Beleihung dienende Objekt an Kredit gewähren kann. Dies sind für erststellige Hypotheken (erststelliger Beleihungsrahmen) i.d.R. 60 Prozent des ermittelten Grundstücksund Gebäudewertes. Viele Banken sind aber auch bereit, die Beleihungsgrenze für erststellige Hypotheken zu überschreiten und bis zu 80 Prozent der Herstellungskosten oder des Kaufpreises zu finanzieren. In einem solchen Fall spricht man von einer Gesamtfinanzierung.
 

Beleihungsobjekt

Als Beleihungsobjekt bezeichnet man das Grundstück, Haus oder die Wohnung, welche als Sicherheit für eine geplante Baufinanzierung dienen soll.
 

Bereitstellungszinsen

Bereitstellungszinsen sind Zinsen, welche die Bank dem Kreditnehmer für die noch nicht erfolgte Inanspruchnahme des Kredits nach Ablauf einer bereitstellungsfreien Zeit, in Rechnung stellt. Der Grund hierfür liegt darin, dass der Kreditgeber mit der Kreditzusage die bewilligten Kreditmittel bereitstellt, für die ab dem Zeitpunkt der Bereitstellung Refinanzierungskosten bei der Bank verursacht werden.
 


E
 

Effektiver Jahreszins

Der Effektivzins bzw. der anfängliche effektive Jahreszins hat allgemein zum Ziel, unterschiedliche Kreditangebote mit gleicher Laufzeit bzw. gleichem Zinsbindungszeitraum vergleichbar zu machen. Seine Angabe richtet sich nach der Preisangabenverordnung und berücksichtigt insbesondere den Nominalzins, die Bearbeitungskosten, das Damnum (Disagio) und vereinbarte Zahlungsfälligkeit.
 

Eigenheim

Ein Gebäude, das einer natürlichen Person gehört und nicht mehr als zwei Wohnungen enthält, von denen eine Wohnung zum Bewohnen durch den Eigentümer oder seine Angehörigen bestimmt ist.
 

Eigenkapital

Eigenkapital sind im Rahmen einer Finanzierung alle finanziellen Mittel die dem Kreditnehmer außerhalb des Bankkredits zur Finanzierung der Immobilie zur Verfügung stehen. Dazu zählen Barmittel, Festgeld, Bank- und Sparguthaben sowie der Erlös aus dem Verkauf von Wertpapieren und Aktien. Im weiteren Sinne kann man auch das im Eigentum stehende Baugrundstück, bereits bezahlte Baumaterialien und Architektenleistungen dazuzählen.
 

Eigenleistung

Unter Eigenleistung versteht man die persönliche Arbeitsleistung, die für den Bau oder Ausbau eines Bauwerks eingesetzt wird und somit entsprechende Handwerkerlohnkosten einspart. Eigenleistungen können durch den Bauherren selbst aber auch durch seine Angehörigen, Nachbarn, Arbeitskollegen oder Bekannte erbracht werden. Die Höhe der Eigenleistung wird vielfach von den Bauherrn überschätzt. Sie setzt auch die fachliche Qualifikation voraus.
 

Eigennutzung

Die Nutzung eines Hauses oder einer Eigentumswohnung oder einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus zu eigenen Wohnzwecken. Dies ist u.a. eine zwingende Voraussetzung zur Gewährung der Eigenheimzulage.
 

Eigentumswohnung

Eine Eigentumswohnung umfasst das Einzeleigentum an einer Wohnung (Sondereigentum), den hiermit verbundenen Miteigentumsanteil an dem Grundstück und den Gebäudeteilen, die der gemeinschaftlichen Nutzung dienen (Gemeinschaftseigentum).
 

Einkommen (netto)

Als Netto Einkommen bezeichnet der Gesetzgeber das nach § 2 (1) EStG geregelte zu versteuernde Einkommen. Das zu versteuernde Einkommen errechnet sich als Summe von sieben verschiedenen Einkunftsarten: dies sind die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständige oder nichtselbständige Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie sonstigen Einkünften gem. § 22 EStG. Davon abgezogen werden der Altersentlastungsbetrag, die Sonderausgaben, Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen, Kinder- und Sonderfreibeträge nach § 32 EStG und sonstige vom Einkommen abzuziehende Beträge.
 

Einkommensnachweise

Zu den von den Banken i.d.R. geforderten Einkommensnachweisen gehören Verdienstbescheinigungen des Arbeitgebers, Einkommensteuerbescheide, Bilanzen mit Gewinn- und Verlustrechnung sowie andere zum Nachweis eines Einkommens geeignete Belege. Die Einkommensnachweise dienen im Rahmen der Bonitätsprüfung zur Ermittlung einer tragbaren monatlichen Belastung für den Kreditnehmer.
 

Enthaltener Grundstückswert

Im Rahmen der Durchführung einer Beleihungswertermittlung gibt der enthaltene Grundstückswert den anteilig auf den Bodenwert des Beleihungsobjekts entfallenden Anteil wieder.
 

Erbbaurecht

Das Erbbaurecht ist ein in der Regel zeitlich begrenztes Recht (meistens 99 Jahre), auf einem fremden Grundstück ein Gebäude zu errichten und zu nutzen. Das Grundstück wird sozusagen nur gemietet. Im Gegenzug zahlt der Grundstücksnutzer einen Erbbauzins. Erbbaurechte werden mit gewissen Einschränkungen von den Banken beliehen.
 

Erschließung

Als Erschließung bezeichnet man alle Aktivitäten, die für den Bau eines Hauses notwendig sind, aber außerhalb des Baugrundstücks liegen. Dies ist beispielsweise die Anschließung des Grundstücks an die Wasser- und Abwasserversorgung sowie die Anbindung an das Gas-, Strom- und Telefonnetz. Für die Anschlüsse ist i.d.R. die Gemeinde zuständig. Allerdings wird der Grundstückseigentümer nach der kommunalen Gebührenordnung an den Kosten beteiligt.
 

Erwerbskosten

Alle beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie anfallenden Kosten, beispielsweise für Maklergebühren, Notargebühren, Kosten für die Grundbucheintragung, Kosten für sonstige Gebühren. Diese können i.d.R. steuerlich abgesetzt werden.
 


F
 

Finanzierungsplan

Ein Finanzierungsplan ist eine detaillierte Aufstellung aller entstehenden Herstellungs- und Erwerbskosten und der zur Finanzierung dieser Kosten dienenden Eigen- und Fremdmittel. Aus der Differenz zwischen den Gesamtkosten und den in die Finanzierung einfließenden Eigenmittel und Eigenleistungen ergibt sich der Kredit- oder Finanzierungsbedarf, bzw. die Höhe des erforderlichen Kredits.
 

Fremdkapital

Alle Finanzierungsmittel, die als Kredite von Kreditinstituten, Bausparkassen, Versicherungen, öffentlichen Stellen, Arbeitgebern, privaten Dritten zur Verfügung gestellt werden.
 

Fälligkeit

Gibt einen festen Zeitpunkt an, an dem die Rückführung des Kredits zu leisten ist.
 


G
 

Gesamtkosten

Als Gesamtkosten versteht man die Summe aller Aufwendungen, die beim Kauf einer Immobilie aufgewendet werden müssen bzw. alle Kosten, die beim Bau eines Gebäudes anfallen. In beiden Fällen müssen darüber hinaus evtl. entstehende Nebenkosten berücksichtigt werden.
 

Grundbuch

Das Grundbuch ist ein öffentliches Register, welches i.d.R. beim Amtsgericht geführt wird und dort auch eingesehen werden kann. Im Grundbuch ist jedes Grundstück des Bezirks auf einem gesonderten Grundbuchblatt eingetragen. Es besteht aus dem Bestandsverzeichnis und drei sog. Abteilungen, welche Auskunft geben über das Grundstück, die Eigentumsverhältnisse und die auf dem Grundstück eingetragenen Belastungen und Grundpfandrechte.
 

Grundbuchauszug

Ein Grundbuchauszug ist eine vollständige Abschrift aller zu einem Grundstück bestehenden Grundbucheintragungen, welche man einsehen kann, soweit ein "berechtigtes Interesse" besteht.
 

Grunderwerbssteuer

Die Grunderwerbssteuer ist eine Steuer, die auf Kauf oder Erwerb von inländischen Grundstücken, Wohnungseigentum, Erbbaurechten und Gebäuden auf fremden Grund und Boden erhoben wird. Diese fällt beispielsweise beim Kauf, Tausch, Erbschaft oder Schenkung an. Seit 1997 beträgt der Steuersatz 3,5 Prozent des Kaufpreises zuzüglich etwaiger sonstiger Leistungen, die der Erwerber als Entgelt für den Erwerb des Grundstücks übernimmt oder gewährt. Von der Grunderwerbssteuer befreit sind Verkäufe unter Verwandten der geraden Linien (Eltern - Kinder - Enkel).
 

Grundschuld

Grundpfandrecht mit dem ein Grundstück zur Sicherung eines Kredits durch Eintragung im Grundbuch belastet wird. Durch die Grundschuld wird der Kreditgeber berechtigt, auf das Beleihungsobjekt bei Nichterfüllung der Kreditrückführung Zugriff zu nehmen. In den vergangenen Jahren hat die Grundschuld als Sicherungsinstrument die vorher übliche Hypothek weitgehend verdrängt.
 

Grundschuldbestellung

Eine notarielle Urkunde, mit der ein Grundstückseigentümer der Belastung seines zur Sicherung eines Kredits dienenden Objekts zustimmt. Gleichzeitig stellt er mit dieser Urkunde auch den Antrag, diese Zustimmung der Belastung in das Grundbuch einzutragen.
 

Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine Steuer auf das Grundvermögen. Sie bemisst sich in ihrer Höhe durch die Festsetzung eines Einheitswertes des Grundstücks. Erhoben wird die Grundsteuer durch die Gemeinden.
 

Grundstück

Ein Grundstück ist ein räumlich exakt abgegrenzter Teil der Erdoberfläche. Hierbei kann es sich sowohl um ein bebautes als auch um ein unbebautes Grundstück handeln.
 

Grundstückskosten

Grundstückskosten sind hier die Kosten, die für den Erwerb eines Grundstücks dem Käufer entstehen.
 

Güterstand

Der Güterstand bestimmt die vermögensrechtliche Beziehung zwischen Ehepaaren. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gilt die Zugewinngemeinschaft. Weitere Güterstände sind die Gütertrennung und die Gütergemeinschaft. Diese müssen aber durch einen Ehevertrag ausdrücklich vereinbart werden.
 


H
 

Herstellungskosten

Aufwendungen die im Zusammenhang mit der Erstellung oder dem Erwerb einer Immobilie stehen. Zu den Herstellungskosten gehören die Grundstückkosten einschließlich der Erschließungskosten, Kosten für die Errichtung des Gebäudes (Baukosten), Baunebenkosten, Kosten für Außenanlagen sowie sonstige Nebenkosten (Notar- und Gerichtskosten, Maklergebühren, Steuern).
 


I
 

Immobilie

Eine Immobilie ist ein bebautes oder unbebautes Grundstück.
 


K
 

Kapitaldienst

Aufwendungen eines Kreditnehmers für Zinsen und Tilgung sowie etwaige Nebenkosten des aufgenommenen Kredites.
 

Kapitaldienstfähigkeit

Fähigkeit eines Kreditkunden, eine zu erwartende Kreditbelastung aus seinen laufenden Einnahmen zu tragen. Teil der Kreditwürdigkeitsprüfung, zu der ferner die Selbstauskunft, die Schufa-Auskunft sowie aktuelle Gehaltsabrechnungen herangezogen werden. Voraussetzung für die Kreditgewährung.
 

Kaufpreis

Vertraglich vereinbartes Entgelt für den Kaufgegenstand.
 

Kinderzulage

Die Kinderzulage ist ein Baustein im Rahmen des Eigenheimzulagegesetzes. Unter bestimmten Vorraussetzungen erhalten die Bezieher der Eigenheimzulage zusätzlich Kinderzulage während des Förderungszeitraums. Die Höhe hängt von der jeweiligen aktuellen Gesetzgebung ab. Es empfiehlt sich hierbei die Beratungsleistung eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen.
 

Konditionen

Die Bedingungen, zu denen ein Kreditgeber sich bereit erklärt, einem Kreditnehmer einen Kredit zur Verfügung zu stellen. Zu den Konditionen zählen i.d.R. der Nominal- und Effektivzins, die Höhe der Tilgung, der Auszahlungskurs, die Dauer der Zinsfestschreibung sowie evtl. erhobene Bereitstellungszinsen und Bearbeitungsgebühren.
 

Kreditvertrag

Vertrag über die Gewährung und Rückzahlung einer bestimmten Geldsumme. Der Kredit kommt zustande durch einen Kreditantrag sowie die Zusage (Bewilligung) der Bank. Im Kreditvertrag werden die Höhe des Kredits, die Konditionen zur Rückführung, die Art der Besicherung sowie sonstige allgemeine Darlehensbedingungen und Geschäftsbedingungen vereinbart.
 

Kubikmeter umbauter Raum

Der umbaute Raum steht als Kennzahl für die Größe eines Hauses in Kubikmetern und bezeichnet den Raum, der von den Außenmauern, vom Dach und von der Kellersohle umschlossen wird. Bei nicht unterkellerten Häusern wird ab Geländeoberkante gerechnet.
 

Kündigung

Unter Kündigung versteht man in der Baufinanzierung die einseitige Erklärung des Kreditnehmers oder Kreditgebers zur Beendigung des Kreditverhältnisses. Hierbei zu unterscheiden sind die Regelungen hinsichtlich ordentlicher Kündigung und außerordentlicher Kündigung eines Kreditvertrages.
 


L
 

Laufzeit

Die Laufzeit eines Kredits ist der Zeitraum beginnend vom Vertragsbeginn des Kredits bis zu seiner vollständigen Rückzahlung. Von der Laufzeit zu differenzieren ist die Dauer der Festzinsvereinbarung der Kreditkonditionen.
 


M
 

Miete

Entgelt für die zeitweilige Überlassung des Gebrauchs an einer Sache. Bei der Wohnungsmiete wird unterschieden zwischen der Netto-Kaltmiete (Grundmiete ohne Nebenkosten), der Brutto-Kaltmiete (inklusive der Betriebskosten) und der Brutto-Warmmiete (inklusive der Heizkosten).
 

Mitschuldner

Als Mitschuldner bezeichnet man eine Person, welche gemeinsam mit einer anderen Person als Gesamtschuldner für die Erfüllung eines Kreditvertrages haftet. In der Regel sind dies die Ehegatten oder Lebenspartner der Kreditnehmer.
 

Modernisierung

Als Modernisierung bezeichnet man die Verbesserung des Wohn- und Nutzwertes eines Gebäudes. Davon zu unterscheiden ist die Renovierung, welche der Erhaltung oder Wiederherstellung eines vorherigen Zustands des Gebäudes dient.
 

Monatliche Ausgaben

Alle Ausgaben, die dem Kreditnehmer regelmäßig jeden Monat entstehen und die er mit den ihm zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln (Netto- Einkommen, Ersparnisse, Eigenkapital) zu begleichen hat. Dies sind Ausgaben für Lebenshaltungskosten der Familie, Miete und Mietnebenkosten, Ratenverpflichtungen, Fahrzeugkosten sowie Versicherungsbeiträge.
 

Monatliche freie Mittel

Als monatlich freie Mittel bezeichnet man den Teil des Nettoeinkommens, welcher einem Kreditnehmer nach Abzug aller Verpflichtungen inklusive der Kosten für eine angemessene Lebenshaltung für die Bedienung eines Kredits verbleibt.
 

Monatliches Einkommen

siehe Einkommen (netto)
 


N
 

Nachrang

Rangstelle einer Belastung oder eines Grundpfandrechts im Grundbuch nach zeitlich früher erfolgten Eintragungen. Im Vorrang eingetragene Rechte vermindern den Wert der maximalen Beleihungsgrenze für den Nachrang-Kreditgeber entsprechend.
 

Nebenkosten Grundstück

Die Grundstücksnebenkosten sind die Kosten, welche neben dem Kaufpreis für das Grundstück entstehen. Diese Nebenkosten können sich aus Maklergebühren, Notar- und Gerichtskosten, evtl. anfallenden Erschließungskosten sowie Steuern zusammensetzen.
 

Nebenleistungen

Unter Nebenleistungen versteht man alle entstehenden Zahlungsverpflichtungen, welche dem Kreditnehmer neben Zins- und Tilgungsleistungen in Rechnung gestellt werden. Dies sind beispielsweise Bereitstellungszinsen, Bearbeitungsgebühren oder Schätzkosten.
 

Nominalbetrag

Der Nominalbetrag (nominal = dem Namen nach) ist ein Nennbetrag des Kredits, welcher im Vertrag vereinbart wurde.
 

Nominalzins

Multipliziert mit dem Kreditbetrag ergibt sich der Zinsbetrag der tatsächlich pro Jahr zu zahlen ist.
 

Notarbestätigung

Bestätigung des Notars an den Kreditgeber, das nach Prüfung der Sachlage die Eintragung des beantragten Rechts an bedungener Rangstelle gewährleistet ist.
 


O
 

Objektwert

hier: Verkehrswert, dass heißt der erzielbare Verkaufswert.
 


P
 

PangV

Preisangabenverordnung
 


R
 

Rangstelle

Die Rangstelle klärt bei mehreren im Grundbuch eingetragenen Belastungen (Vorlasten) die Gläubigerhierarchie, auf Grund derer im Falle der Zwangsvollstreckung die Gläubiger befriedigt werden.
 

Realkredit

Ein gegen grundbuchliche Besicherung gewährter langfristiger Kredit bis zu maximal sechzig Prozent aus dem für das Sicherungsobjekt ermittelten Beleihungswert.
 

Renovierung

Als Renovierung wird die Erhaltung oder Wiederherstellung eines Zustands eines Gebäudes definiert. Davon zu unterscheiden ist die Modernisierung, welche eine Verbesserung des Wertes oder Anpassung an moderne Anforderungen darstellt.
 

Restschuld

Die Restschuld ist der Teil des Kredits, der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht an die Bank getilgt wurde. Die Restschuld wird oft als Methode zur besseren Vergleichbarkeit von mehreren Darlehen herangezogen wo bei der o.g. Zeitpunkt, zu dem man sich die Restschuld betrachtet meist der Ablauf der Zinsfestschreibungsfrist ist.
 

Rückgewähransprüche

Ist die durch die Grundschuld gesicherte Verpflichtung erfüllt, hat der Gründstückseigentümer gegenüber der Bank Anspruch auf Übertragung oder Löschung der Grundschuld. Nachrangige Grundschuldgläubiger lassen sich häufig vom Grundstückseigentümer die Rückgewähransprüche abtreten.

 

Rücktritt vom Kreditvertrag

Der Kreditnehmer hat das Recht zum Rücktritt aus dem Kreditvertrag innerhalb von zwei Wochen nach Aushändigung der Vertragsunterlagen. Bereits empfangene Kreditbeträge sind mit Nutzungsentgelt (Zinsen) zu erstatten.
 


S
 

Schufa

Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Kreditinstitute und anderer kreditgebender Wirtschaftsunternehmen. Aufgabe der Schufa ist es, ihren Vertragspartnern Informationen zu geben, die sie vor Verlusten im Kreditgeschäft schützen.
 

Sondertilgung

Als Sondertilgung bezeichnet man die Möglichkeit zur Tilgung, die über die im Kreditvertrag vorher vereinbarten Leistungsraten hinausgeht. Werden Sondertilgungen vertraglich vereinbart, besteht die Möglichkeit kalenderjährlich bis zu dem vereinbarten Betrag zusätzliche Tilgungen zu leisten.
 


T
 

Tilgung

Als Tilgung bezeichnet man die regelmäßige, gleichbleibende Leistung (Annuität) des Kreditnehmers zur Rückführung der Forderung. Die Verrechnung der Leistung erfolgt taggenau. Einzelheiten werden in den Darlehensbedingungen der jeweiligen Institute erläutert.

 


U
 

Umbauter Raum

Der umbaute Raum beschreibt das Bauvolumen eines Gebäudes. Die Berechnung des umbauten Raumes (Kubatur) gehört zu den Bauunterlagen, die der Kreditgeber eines Baudarlehens zur Ermittlung des Beleihungswertes (Wertermittlung) des zu finanzierenden Objektes benötigt.
 

Umschuldung

Von einer Umschuldung spricht man immer dann, wenn ein existentes Darlehen durch ein neues Darlehen abgelöst wird. Eine Umschuldung kommt dann in Frage, wenn z.B. ein Kreditnehmer mit den Konditionen des existenten Kredits nicht mehr einverstanden ist. Vorraussetzung ist, dass hierbei keine Zinsfestschreibung besteht.
 


V
 

Verhaltenskodex

Dies ist ein freiwilliger Verhaltenskodex („Kodex“) über außervertragliche Informationen, die dem Verbraucher bei wohnungswirtschaftlichen Krediten zur Verfügung gestellt werden sollten. Der Kodex ist der Kern der Europäischen Vereinbarung eines freiwilligen Verhaltenskodex über wohnungswirtschaftliche Kredite (wie in der Vereinbarung definiert), die von den Europäischen Verbraucherorganisationen und den Europäischen kreditwirtschaftlichen Verbänden ausgehandelt und verabschiedet wurde. Kreditinstitute, die den Kodex zeichnen, verpflichten sich, dem Verbraucher allgemeine Informationen über die im Angebot befindlichen wohnungswirtschaftlichen Kredite sowie in einer vorvertraglichen Phase, individuelle Informationen, die in einem „Europäischen Standardisierten Merkblatt“ dargestellt werden, zur Verfügung zu stellen. Die endgültige Entscheidung, ein Kreditangebot eines Darlehensgebers anzunehmen, obliegt dem Verbraucher.
 

Verkehrswert

Der Verkehrswert setzt sich wie folgt zusammen: Bei Eigentumswohnungen Preis je qm Wohnfläche mal Wohnfläche plus Stellplatz. Bei Einfamilienhäusern Grundstückspreis plus Wert des Wohnhauses. Die Überprüfung des angegebenen Verkehrswertes findet anhand der von der Bank benötigten Unterlagen statt und ist Voraussetzung für eine Finanzierungszusage.
 

Vorfälligkeitsentschädigung

Zahlt ein Kreditnehmer einen Kredit außerplanmäßig zurück, hat der Kreditnehmer der Bank den durch die vorzeitige Tilgung entstandenen Zinsschaden zu ersetzen.
 


W
 

Wertermittlung

Die Wertermittlung dient der Ermittlung des Verkehrswertes, der meist Grundlage des Kaufpreises eines Hauses bildet, und zur Ermittlung des Beleihungswertes. Beleihungswert ist der nachhaltig dauerhafte Wert einer Immobilie und darf nicht verwechselt werden mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten. Der Beleihungswert nimmt eine zentrale Funktion in der Immobilienfinanzierung ein, da er zur Ermittlung der Beleihungsgrenze herangezogen wird, der längerfristigen Risikobeurteilung dient und damit wichtiger Teil der Kreditentscheidung wird. Im Unterschied zum Verkehrswert, welcher stichtagsbezogenen ermittelt wird, werden bei der Beleihungswertermittlung die dauerhaften Eigenschaften und die Nachhaltigkeit der Erträge zugrunde gelegt, da das bewertete Objekt für mehrere Jahre als Kreditsicherheit dienen soll. Vor dem Hintergrund der Risikominimierung liegt der Beleihungswert häufig unter dem Verkehrswert. In Abhängigkeit von dem zu finanzierenden Objekt wird der Beleihungswert auf verschiedene Arten berechnet. Bei eigengenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen wird der Beleihungswert nach dem Sachwert (Boden- und Gebäudewert) ermittelt. Bei der Ermittlung des Gebäudewertes wird ein gewisser Sicherheitsabschlag zu den jeweils aktuellen Herstellungskosten in Ansatz gebracht.
 

Wohnfläche

Zur Wohnfläche zählt die Summe der anrechenbaren Grundfläche der Räume, die zur Wohnung gehören exklusive der Grundfläche von Zubehörräumen wie Keller, Dachräumen und Räumen, die den Anforderungen des Bauordnungsrechts nicht genügen. Die Wohnfläche wird herangezogen für die Finanzplanung und die Darlehensbewilligung sowie in Kombination mit den Baukosten zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Bauvorhabens.
 


Z
 

Zinsbindungsfrist

siehe Zinsfestschreibung
 

Zinsfestschreibung

Als Zinsfestschreibung bezeichnet man den Zeitraum, für den die Konditionen zwischen dem Kreditnehmer und Kreditgeber festgeschrieben werden. Die Zinsfestschreibung hat gegenüber dem variablen Zins den Vorteil, dass der Kreditnehmer seine finanzielle Belastung langfristig gleichbleibend kalkulieren kann. In einer Niedrigzinsphase ist es sinnvoll, sich den aktuell niedrigen Zins durch langfristige Zinsfestschreibung zu sichern.
 

Zweckbestimmungserklärung

Vereinbarung zwischen der Bank und dem Kreditnehmer bzw. Grundstückseigentümer über den Umfang der durch die Grundschuld gesicherten Verbindlichkeiten.<
 

© Quelle: HNG AG